Die Steinmühlenmahlung: Das Handwerk hinter Ihrem Matcha

Es dauert etwa eine Stunde, um 30 bis 40 Gramm Matcha-Pulver mit der traditionellen Steinmühle herzustellen. Das ist langsam. Und genau das ist entscheidend.

Die Steinmühle: Ein jahrtausendealtes Werkzeug

Die zum Mahlen von Matcha verwendeten Mühlen bestehen aus Granit- oder Vulkansteinkreisen, die paarweise zusammengefügt sind. Die obere Scheibe dreht sich langsam auf der feststehenden unteren Scheibe. Die getrockneten Teeblätter (Tencha) werden dazwischengeschoben und allmählich gemahlen.

Dieses System wurde in Japan bereits im 13. Jahrhundert verwendet. Es hat sich seitdem praktisch nicht verändert.

Warum Langsamkeit unerlässlich ist

Der Schlüssel liegt in der Temperatur. Das langsame Mahlen mit der Steinmühle erzeugt sehr wenig Wärme. Wärme ist jedoch der Feind des Matcha: Sie oxidiert das Chlorophyll (das Pulver vergilbt), baut die edlen Aminosäuren ab und verändert die flüchtigen Aromen.

Ein industrielles Hochgeschwindigkeitsmahlen erhitzt das Pulver auf Temperaturen, die 40-60°C erreichen können. Das Pulver ist bereits teilweise oxidiert, bevor es überhaupt verpackt wird.

In Zahlen: Eine traditionelle Mühle produziert 30-40g Pulver pro Stunde. Um einen 30g-Beutel zu füllen, benötigt man also etwa 1 Stunde kontinuierliches Mahlen. Eine Industriemühle produziert Hunderte von Kilogramm pro Stunde – aber die erzielte Qualität ist nicht vergleichbar.

Die Feinheit des Pulvers

Das Mahlen mit der Steinmühle erzeugt ein extrem feines Pulver – 5 bis 10 Mikrometer Durchmesser pro Partikel. Diese Feinheit ermöglicht es dem Matcha, sich perfekt in Wasser aufzulösen und eine samtige Textur zu erzeugen.

Ein minderwertiges industrielles Mahlen erzeugt gröbere Partikel, die einen körnigeren Matcha ergeben, der sich schwerer auflöst und Ablagerungen am Boden der Schale hinterlässt.

Wie man steinmühlen-gemahlenen Matcha erkennt

  • Die Verpackung erwähnt es ausdrücklich: „Steinmühlen-gemahlen“ oder „stone-ground“
  • Das Pulver ist ultrafein, fast seidig im Griff
  • Die Farbe ist leuchtend, smaragdgrün (nicht oxidiert)
  • Es löst sich bei richtiger Temperatur perfekt ohne Klumpen auf

Häufig gestellte Fragen

Kann man seinen eigenen Matcha zu Hause mahlen?
Theoretisch ja, aber traditionelle Mühlen sind sehr teuer (mehrere tausend Euro) und erfordern spezifisches Know-how. Tencha (getrocknetes Blatt vor dem Mahlen) wird in Europa nicht leicht gehandelt. In der Praxis bleibt der Kauf von bereits gemahlenem Matcha die einzige realistische Option.

Verwenden alle Marken die Steinmühle?
Nein. Sehr preiswerte Matcha-Sorten werden fast sicher industriell gemahlen. Marken, die die Steinmühle verwenden, erwähnen dies, da es ein echtes und überprüfbares Qualitätsmerkmal ist.

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